Momentaufnahmen und Bilder, die hängenbleiben: Manyou hat seinem ersten Soloalbum den schlichten Titel Pictures gegeben, weil seine zwischen zeitgenössischem Pop und druckvollem Rock gelagerten Songs unter die Haut gehen und sich wie eindrucksvolle Bilder sofort ins Gedächtnis einbrennen.

Dem jungen Mann aus Paderborn geht es darum, jene Momente zu zelebrieren, die das Leben ausmachen: Life is made of moments , singt Manyou auf seiner ansteckenden ersten Singleauskopplung, zugleich Titelsong von Pictures , ein Stück, das wie so viele seiner Tracks von einer treibenden Strophe in ein euphorisch klingendes Feuerwerk von einem Refrain mündet.

Nachdem Manuel Hahn schon als Schüler öfter mal seine Ukulele mit zum Unterricht gebracht hatte, um Lehrer und Mitschüler zu unterhalten, sammelte er mit 12 erste Erfahrungen vor einem größeren Publikum, und zwar als Special Guest im Chor seiner Mutter. 2005 schloss er dann mit seinem Bruder eine Wette ab: Beim nächsten Karneval würde es ihm gelingen, auf einer der Bühnen zu stehen und mindestens drei Songs live zu spielen und natürlich gewann er diese Wette. Nach diversen weiteren Auftritten mit seiner ersten Coverband Nightlive, deren bloßes Nachspielen existierender Songs ihn jedoch recht bald langweilte, entschied er sich dafür, es auch selbst mal als Songwriter zu versuchen: Manyou nahm Gitarrenunterricht, suchte sich neue Mitstreiter (z.B. war sein Gitarrenlehrer dermaßen beeindruckt von seinen Ideen, dass er ebenfalls mit von der Partie war) und konzentrierte sich zunehmend auf sein zweites Instrument, den Gesang. Inzwischen ein waschechter Frontmann, spielte er mit seiner 2006 gegründeten Band Gender Traffic schon bald mehrere Dutzend Konzerte pro Jahr, unter anderem als Support-Band für Acts wie The Sweet, Saga oder den renommierten US-amerikanischen Bassisten T.M. Stevens. Auch bei mehreren Battle Of The Bands -Wettbewerben gingen Gender Traffic als Gewinner hervor und mischten bei den Secret Talents Awards von YouTube ganz oben mit.

Doch nach der Veröffentlichung ihres Albums Boarding Time (2010) war ziemlich bald die Luft raus, und 2012 war dann endgültig Schluss mit Gender Traffic. Das war schon ein harter Schlag , erzählt Manyou heute über die Auflösung, schließlich war diese Band ja mein Baby gewesen. Andererseits stand für mich damit fest, dass ich ab sofort als Solomusiker weitermachen wollte.

Mit der Unterstützung von Andy Davies, der Manyous Gitarrenlehrer einst das Gitarrenspiel beigebracht hatte, feilte der sympathische Nordrhein-Westfale weiterhin an seiner Stimme und seinem Sound, bis eines Tages das Telefon läutete und sich damit endgültig die Tür zum Soloalbum öffnen sollte: Der junge Produzent Lukas Schaaf aus dem nahe gelegenen Belecke (Warstein) war am anderen Ende der Leitung und wollte wissen, ob Manyou eventuell an gemeinsamen Aufnahmen interessiert sei. Warum eigentlich nicht , dachte ich und das war der Startschuss für dieses Album.
Es heißt ein Bild sagt mehr als tausend Worte , und Pictures , das Debütalbum von Manyou, unterstreicht diese Weisheit mit jedem einzelnen Song: Es sind Bilder, die hängenbleiben, weil sie wie ein epischer Soundtrack funktionieren. Wie ein Soundtrack zu eben jenen Momenten, die das Leben ausmachen.